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  • Hospiz macht Schule



    Erinnerung an eindrucksvolle Projektwochen in den 3. Klassen der Grundschule Hallenberg

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  • Weihnachten 2017


    Die Mitarbeiter der Hospizinitiative Hallenberg / Winterberg e.V. wünschen ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein gesundes neues Jahr!

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  • Aktuelles vom Hospiz

  • Hospiz macht Schule

    Erinnerung an eindrucksvolle Projektwochen in den 3. Klassen der Grundschule Hallenberg

    Es waren gute Wochen, spannend, intensiv und nicht ganz ohne Anstrengung.

    Aber nun von Anfang an!
    Nach umfangreichen Vorbereitungen für die 6 Ehrenamtlichen konnten im November 2014 und im Januar 2015 die Projektwochen „Hospiz macht Schule“ starten.
    Der Elterninformationsabend für die Klassen 3a und 3b der Grundschule in Hallenberg hatte zwei Wochen vorher stattgefunden und alle Eltern waren mit der Teilnahme ihrer Kinder einverstanden.
    Mit klopfenden Herzen, jede von uns mit einem kleinen Glücksbringer ausgestattet, begann der erste Tag mit einer  Vorstellungsrunde und der Bildung der fünf Kleingruppen. Eine gelbe, eine orange, eine rote, eine blaue und eine grüne Gruppe mit vier bzw. fünf Kindern, zwei Mädchengruppen, zwei Jungengruppen und eine gemischte Gruppe.


    Wie auch an jedem  der  folgenden Tage sangen wir zuerst das Lied: Der Himmel geht über allen auf, auf alle über, über allen auf. Alle Namen der Kinder und auch unsere Namen wurden im Lied singend genannt und so konnte jeder spüren, dass  er  willkommen und wichtig war. Dieses  Lied, das morgens als erstes und mittags zum Ende unserer gemeinsamen Zeit gesungen wurde, entwickelte sich  zum  echten Ohrwurm für alle. Laut und fröhlich erklang es immer und immer wieder.
    „Werden und Vergehen“ war das Thema des ersten Tages. Anhand einer kleinen Geschichte wurde erarbeitet, dass es im Leben  schöne und schwierige Erlebnisse gibt. In den Kleingruppen wurden nun vorbereitete weiße und graue Wolken beschriftet und  später im Gemeinschaftsraum unter die Decke gehangen.
    Nun sind wir „uns selbst besuchen gegangen“ und haben mit Hilfe einer Meditation die Verwandlung von der Raupe zum Schmetterling  betrachtet. Verwandlung, Veränderung, Verabschiedung von Vertrautem, all das war Thema des ersten Tages. Schnell verging die Zeit, unser Lied erklang und der Einstieg in die Woche war gut gelungen.


    Der zweite Tag hatte die Überschrift „Krankheit und Leid“. Welche Krankheiten hatten wir selbst schon, können wir einzelne Krankheiten pantomimisch darstellen und dann erraten? Mit viel Engagement und körperlichem Einsatz wurden dann z. B. der Hexenschuss, das Nasenbluten, der Husten und noch vieles mehr vorgeführt. Als danach  zur nächsten Handlungssituation der Arzt Dr. Klaus Wigand zu uns kam, wurde er von den Kindern mit vielen Fragen bestürmt. Warum müssen wir sterben, warum bist du Arzt geworden, was ist Ebola usw. Die Zeit verging sehr schnell und mit dem Erstellen eines Plakates mit der Überschrift: „Was tut bei einer Erkrankung gut?“ und unserem Abschlussritual endete der zweite Tag.

    Sterben und Tod war das Thema am dritten, dem zentralen Tag unserer Projektwoche. „Habt ihr schon einmal erlebt, dass ein Mensch nicht mehr gesund werden konnte?“ Diese Frage wurde in den Kleingruppen, in nun schon sehr vertrautem Rahmen,  bearbeitet. Was würdet ihr gern für einen Schwerkranken tun? Es kamen viele liebevolle Antworten, über das Teekochen und das Essenreichen hin zu Hand halten, Geschichten vorlesen, Gesellschaft leisten, in den Arm nehmen, für ihn beten. Nachdem wir einen Abschnitt des Filmes „Willi will‘s wissen“ zum Thema Tod angesehen hatten, gestalteten die Kinder  ein Plakat, auf dem die Aufgaben eines Bestatters geschrieben wurden. Nun folgte der zweite Teil des Filmes über Jenseitsvorstellungen und die Kinder malten Bilder dazu. Dieser dritte Tag war sehr intensiv  und einigen Kindern und auch uns konnte man anmerken, dass viele Gefühle und Emotionen in uns waren. Gut war es dann unser Lied zu singen und  nach Hause zu gehen.

     

    Der vierte Tag war ein Tag der Aktionen, des Malens und  des Pflanzens. Mit Hilfe zweier weiterer Abschnitte des Films, mit dem Betrachten der verschiedenen Gefühle, die auch in Farben ausgedrückt wurden, vergingen die Stunden unseres Zusammenseins sehr schnell. Die Begeisterung der Kinder, ihre Freude am Malen mit den Fingerfarben, aber besonders auch ihr Einlassen auf ihre Gefühle haben uns bestärkt, dass wir mit diesem gut ausgearbeiteten Vorlagen der Bundes-Hospiz-Akademie auf dem richtigen Weg sind.

     

    Die Tage waren schnell  vergangen und der Freitag war der Tag des Tröstens, der Begegnung mit den Eltern und des Verabschiedens. „Wie geht trösten, was wünscht du dir für dich, was würdest du gerne für andere tun?“ Jedes Kind schrieb einen Trostbrief an einen Menschen, den es trösten möchte. Hier waren dann die Namen von bereits verstorbenen Empfängern zu lesen, aber auch untereinander wurden Trostbriefe ausgetauscht. Grüne Blätter aus Tonpapier wurden beschriftet, auf denen stand, wie man sich in der Klasse gegenseitig trösten kann. Diese „Ranke“  bleibt nun als Erinnerung an der Tür des Klassenzimmers hängen und wir hoffen, dass sie in Konfliktsituationen eine Hilfe ist. Mit unserem Lied  endete eine schöne Woche voller Begegnungen, neuer Erfahrungen, viel Freude und dem sicheren Gefühl, dass Kinder ein gutes Gespür und eine Offenheit für eine Thematik haben, die vielen Erwachsenen schwer fällt.

       

  • Weihnachten 2017


    Wir wünschen uns allen

    Augen, die die Lichter und Signale
    in unseren Dunkelheiten erkennen

    Ohren, die Rufe und Erkenntnisse
    in unseren Betäubungen vernehmen

    eine Seele, die all das
    in sich aufnimmt und annimmt

    und

    eine Sprache, die in ihrer Ehrlichkeit
    uns aus unserer Stummheit herausführt,
    uns aussprechen lässt, was uns gefangen hält.

    – nach M. Bickel –


    Ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein gesundes, neues Jahr wünschen die Mitarbeiter der Hospizinitiative